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Museumsbahnhof Walthersdorf

Crottendorf, Ortsteil Walthersdorf

Traditioneller sächsischer Bahnhof als Museum erhalten

Der Bau und Betrieb der Eisenbahnen im Erzgebirge war aufgrund der Topografie nicht einfach. Die Bahnen schlossen als Normal- oder Schmalspurbahn die Orte entlang der engen Täler an das sächsische Eisenbahnnetz an. Die einzige Ausnahme dabei ist die Bahnlinie, welche über die Höhen des Erzgebirges von Annaberg nch Schwarzenberg führt. Kurz hinter dem Bahnhof Schlettau und noch vor Annaberg liegt hier der ehemalige Abzweigbahnhof Walthersdorf. Von da begann die berühmte Stichstrecke durch das obere Zschopautal über Walthersdorf Hp. nach Crottendorf. Der Ort inmnitten der Wälder am Fuße des Fichtelberges war seit jeher für seine zahlreichen Betriebe bekannt. Noch heute sind neben den erzgebirgstypischen Kunstarbeiten des "Klöppelns" und "Schnitzens" besonders “Crottendorfer Räucherkerzen“ oder die traditionellen Spirituosen der Grenzwald Destillation weit über das Erzgebirge hinaus bekannt. Nach der Eröffnung beider Strecken 1889 wurde über 100 Jahre im Bahnhof Walthersdorf ein umfangreicher Bahnbetrieb im Personen- und Güterverkehr abgewickelt. Vor allem Ende der 80er Jahre wurde durch den Einsatz der Dampflokomotiven der Baureihe 86 die Bahn bei deutschen und europäischen Eisenbahnfreunden bekannt. Nach der Einstellung des Bahnbetriebes auf der Stichstrecke nach Crottendorf nahm sich der bekannte sächsische Eisenbahnfreund Claus Schlegel des Bahnhofs an und versetzte ihn wieder in den Ursprungszustand von 1889. Im original restaurierten Königlich Sächsischen Museumsbahnhof Walthersdorf ist heute eine umfangreiche Sammlung von Eisenbahnutensilien ausgestellt. Die Schau ist regelmäßig geöffnet und wird vom “Bahnhofsvorsteher” höchstselbst vorgestellt. Wenn Sie sich für die Geschichte der sächsischen Eisenbahnen interessieren, dürfen Sie diese Ausstellung nicht verpassen. Der Bahnhofsbesuch ist eine Bereicherung jedes Reiseprogramms durch das Erzgebirge.


Erlebnisse am Rande
Crottendorfer Schnapsmuseum: Eine alte Schnapsfabrik original als Museum erhalten, auch heute wird hier noch mit einigen Apparaten destilliert.
Naturlehrpfad Crottendorf: Wandern im Tal der Mittweida und wissenswertes zu Tieren, Pflanzen, Mineralien entdecken.
Pöhlberg mit Aussichtsturm: Wanderung auf den Pöhlberg, Pöhlbergrundgang und Möglichkeit zur Einkehr im Restaurant.
St. Annenkirche Annaberg: Besuchen Sie eine der bedeutendsten spätgotischen Hallenkirchen Deutschlands mit ihren Kunstschätzen.
Naturtheater Greifensteine: Schauspiel- und Musikdarbietungen vor atemberaubender Felskulisse inmitten der Natur.

Museumsstandort Bahnhof Walthersdorf

Lage

Der Museumsbahnhof befindet im oberen Erzgebirge südlich von Schlettau an der S 267.

Anfahrt mit Bus & Bahn

Zu den Fahrtagen der Erzgebirgischen Aussichtsbahn halten deren Züge unmittelbar vor dem Museumsbahnhof und bieten so die Möglichkeit zur direkten und bequemen Anreise. Weiterhin besteht die Möglichkeit der Anreise mit dem Regionalbus der Linie 415 (Aue – Annaberg-Buchholz), der die Haltestelle Walthersdorf, Bahnhof bedient.

Anfahrt mit dem Auto

Folgen Sie der Autobahn A72 von Chemnitz oder Hof kommend bis zur Abfahrt Hartenstein. Von dort führt der Weg weiter Richtung Hartenstein, anschließend auf der S255 und B101 über Aue und Lauter, Schwarzenberg, Markersbach, Scheibenberg nach Schlettau. Biegen Sie rechts in die Böhmische Str. nach Walthersdorf ein.

Zur Anreise nach Schlettau über Annaberg-Bucholz fahren Sie über die A 72 Abfahrt Chemnitz-Süd und die B95 bis Annaberg-Bucholz und fahren dann der B 101 in Richtung Schwarzenberg. Der nächste Ort ist Schlettau. Biegen Sie links in die Böhmische Str. nach Walthersdorf ein.




Historie Museumsbahnhof Walthersdorf

Nach langjährigen Bemühungen der Gemeinden im oberen Erzgebirge hatte die sächsische Regierung 1886 den Beschluss gefasst, eine normalspurige Eisenbahnstrecke von Buchholz über Schlettau und Scheibenberg nach Schwarzenberg zu errichten. Crottendorf erhielt durch diese Trassierung jedoch keinen Bahnanschluss und konnte nur auf den Bau einer von dieser Trasse abzweigenden Stichstrecke hoffen.

Der Bau jener bei Walthersdorf abzweigenden Bahn nach Crottendorf wurde im Jahr 1888 genehmigt. Da im nahen Schlettau von Anfang an ein größerer Bahnhof vorgesehen war, sollten von Anbeginn alle Züge von und nach Crottendorf im Schlettauer Bahnhof enden bzw. beginnen. Der Abzweigbahnhof Walthersdorf selbst wurde folgerichtig - den lokalen Verkehrsbedürfnissen entsprechend - sehr sparsam angelegt.

Mit ihren drei Gleisen und dem 90 m langen Personenbahnsteig genügte die Bahnstation ab 1. Dezember 1889 für die nächsten gut 100 Jahre im Wesentlichen den Anforderungen des Eisenbahnverkehrs. Walthersdorf besaß zunächst den Rang einer Haltestelle, der Stationsbeamte - der auch alle Dienstgeschäfte besorgen musste - hatte den Status eines „Aufsehers III.Klasse“. Walthersdorf war, abgesehen von zwei kurzen Epochen von 1921-24 und 1938-47, stets der nur 1,3 Streckenkilometer entfernten Station Schlettau unterstellt.

Im Zuge der Rationalisierungsbestrebungen der Deutsche Reichsbahn wurde 1964 der Gütertarifbahnhof Walthersdorf geschlossen. Eine längst angestrebte Stillegung der Crottendorfer Bahn scheiterte jahrelang am hohen Güteraufkommen in Crottendorf, so hielt sich auch das beschauliche Ensemble des Bahnhofs Walthersdorf bis nach 1990. Der nun einsetzende, rasche Wandel machte auch vor der Eisenbahn im oberen Erzgebirge nicht Halt. In kurzer Abfolge endeten 1994 der verbliebene Güterverkehr, am 30. Dezember 1996 der Personenverkehr nach Crottendorf und schließlich fuhr am 27. September 1997 der letzte reguläre Personenzug zwischen Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg. Doch dank privater Initiative konnte der Verfall des Stationsgebäudes 1999 beendet werden, in den Folgejahren entstand im alten Bahnhof ein sehenswertes Museum. Anfang 2009 entstand sogar der längst abgerissene Bahnsteig wieder neu - so können nun die Züge der Erzgebirgischen Aussichtsbahn direkt vor dem Museum halten.

 

Kontakt:

Claus Schlegel
Hauptstr. 132
09474 Walthersdorf

Tel.: 03725 780455 (Privat)
Fax: 0371 4932773


E-Mail-Kontakt

Lage:


Öffnungszeiten:

Der Museumsbahnhof hat jeden ersten Sonntag im Monat von 14:00 bis 18:00 Uhr geöffnet

An sämtlichen Museumstagen findet Souvenirverkauf und Abverkauf von Exponaten aus dem Museum statt zwecks Sammlungsbereinigung.






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Bahnhofstr. 5
D-01471 Radeburg
Tel: +49 35208 342516