SACHSEN. LAND VON WELT
Bahnnostalgie Deutschland




  
 
Sachsendraisine

Mit Muskelkraft am Rande Dresdens durch den Karswald

Nach dem Augusthochwasser 2002 verkehrten hier im Sommer 2003 noch internationale Schnellzüge und schwere Güterzüge – doch per 1. Februar 2007 wurde die regelspurige Eisenbahnstrecke zwischen Arnsdorf (bei Dresden) und Dürrröhrsdorf am Rande der Sächsischen Schweiz stillgelegt. Daraufhin legte sich auf die durch den Karswald führende Schienen wortwörtlich Stille.

Seit 2018 bringen die mit Muskelkraft angetriebenen Fahrzeuge der Sachsendraisine wieder Leben auf das knapp acht Kilometer lange Gleis. Startpunkt für diesen einzigartigen Freizeitspaß vor den Toren Dresdens ist die Ausleihstation an der Bundesstraße 6 zwischen Rossendorf und Fischbach. Von dort kann man entweder mit Fahrraddraisinen nach Süden in Richtung Dürrröhrsdorf-Dittersbach fahren oder aber mit Handhebeldraisinen nach Norden in Richtung Arnsdorf aufbrechen.

Ist eine Fahrraddraisinen für zwei bis vier Personen gedacht, so sind die Handhebeldraisinen für acht bis 14 Personen ausgelegt. Während auf ersteren jeweils zwei Fahrer in die Pedale treten, ist auf den Handhebeldraisinen die Armkraft von jeweils vier Personen gefragt.
Beide Fahrzeugtypen können mit Planen bzw. Schirmen ausgerüstet werden. Während der Fahrt dürfen die Sitzplätze – und damit auch Arbeitsplätze getauscht werden, um Muskelkater zu vermeiden.

Ganz egal ob lachend, keuchend oder aber harmonisch im ganz individuellen Rhythmus – die Schönheiten des Karswaldes wird jeder Draisinefahrende in sich aufsaugen! Und so wird die Bahnfahrt der ganz besonderen Art garantiert zu einem unvergesslichen Erlebnis!



Bei dem von den Draisinen befahrenen etwa acht Kilometer langen Gleisstück handelt es sich um einen Abschnitt der 1875 von den Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen (K.Sächs.Sts.E.B.) vollendeten Hauptstrecke Kamenz – Pirna (KP-Linie). Doch auf dieser Strecke verkehrten nie durchgehende Personenzüge, sondern lediglich in den Abschnitten Kamenz – Arnsdorf und Arnsdorf – Dürrröhrsdorf – Pirna.

Ende der 1990er Jahren stellte die DB AG den Reiseverkehr zwischen Arnsdorf und Dürrröhrsdorf ein. Während der Erneuerung der Gleisanlagen im Dresdner Hbf fuhren im August 2003 kurzzeitig internationale Schnellzüge und schwere Güterzüge auch über den heutigen Draisinenabschnitt.

Der Startpunkt für die Draisinenfahrten entstand in der DDR-Zeit als Ladestelle zum Bau des Rossendorfer Forschungsreaktors. Von hier sind es etwa vier Kilometer bis Arnsdorf und sechs Kilometer bis zum Bahnhof Dürrröhrsdorf. Die Draisinenstrecke endet jeweils wenige Meter vor diesen beiden Bahnhöfen der DB AG.

Höhepunkt auf dem Fahrraddraisinenabschnitt ist das Überqueren des aus Naturstein gebauten Wesenitzviaduktes am Rande von Dittersbach. Das im Jahr 1874 fertiggestellte Bauwerk mit seinen sieben markanten Bögen hat eine Länge von 131 m und eine maximale Höhe von 24 m über dem idyllisch darunter plätschernden Flüsschen.

Aber auch der Bahnübergang nahe der ehemaligen Blockstelle Wilschdorf ist ein Erlebnis – denn hier gehen die Schranken nicht über die Straße, sondern über das Gleis. Wenn sich eine Fahrraddraisine nähert, dann dürfen die beiden Schranken für das Passieren der Straße geöffnet werden – danach sind sie wieder zu schließen.



Die Tourdauer beträgt jeweils maximal zwei Stunden, Abfahrten sind um 9 Uhr, 11 Uhr, 13 Uhr, 15 Uhr und 17 Uhr möglich.
Der Handhebeldraisinen-Abschnitt nach Arnsdorf ist hin und zurück etwa sechs Kilometer lang.
Der Fahrraddraisinen-Abschnitt nach Dürrröhrsdorf ist hin und zurück etwa zehn Kilometer lang.


Eine Anreise zur Abfahrstelle ist möglich per Auto, Bus, Fahrrad oder Pedes – nicht per Bahn!

Per Pus mit der Linie 261 Dresden Hbf – Sebnitz, Haltestelle Abzweig Wilschdorf, Fischbach bei Dresden

Die Zufahrt zur Abfahrstelle befindet sich zwischen der Tankstelle und der Straßenbrücke über die Eisenbahn.
 

Kontakt:

Sachsendraisine
Dresdner Straße 61 (Abfahrtsstelle)
01833 Wilschdorf

Mobil: 0162 6997892
Fax: 039931 54641


E-Mail-Kontakt

Lage:


Fahrsaison:

Die reguläre Fahrsaison beginnt jeweils im April und endet am 31. Oktober.
Für Gruppen ab 20 Personen sind individuelle Winterfahrten mit den Handhebeldraisinen (150 Euro pro Draisine) auf Anfrage möglich.

Preise:

Der Preis für die maximal zweistündige Nutzung eine Fahrraddraisine beträgt 35 Euro. Dabei handelt es sich um den Mietpreis des Fahrzeuges – egal ob zwei, drei oder maximal vier Personen mit der Draisine fahren.

Der Preis für die maximal zweistündige Nutzung einer der großen Handhebeldraisinen beträgt 105 Euro. Dabei handelt es sich den Mietpreis des Fahrzeuges – egal wie viele Personen (mindestens acht, maximal zwölf) mit der Draisine fahren.

Tipp: Verschenken Sie eine Draisinenfahrt! Gutscheine können jederzeit über die Website der Sachsendraisine bestellt werden.